Wunderbares Kapstadt – Teil II

Am nächsten Morgen scheint  die Sonne in Kapstadt und wir versuchen erneut unser Glück bei der Seilbahn. Da wir morgens aber ein bisschen Trödeln, und erst kurz nach 8 Uhr am Parkplatz ankommen, beträgt die Wartezeit für die Gondel bereits zwei Stunden, und so lange will ich definitiv nicht in der Schlange stehen. Also beschließen wir mit dem Auto zur Old Biscuit Mill in Woodstock zu fahren. Die Old Biscuit Mill ist ein restauriertes Gelände einer ehemaligen Keksfabrik, in der zahlreiche kleine Shops und Cafés angesiedelt sind. Einmal wöchentlich findet hier auch ein bekannter und beliebter Nachbarschafts-Markt statt. Hier schlendern wir durch die Shops, kaufen das ein oder andere Souvenir und genießen im „Saucisse“ unser bestes Frühstück in Kapstadt. 

3 Teller mit herrlichen Frühstücksgerichten - Lokal "Saucisse" am Gelände der "Old Biscuit Mill"
Mmmh - das war unser absolutes Lieblingsfrühstück in Kapstadt
Das renovierte Gelände der "Old Biscuit Mill"
Das Gelände der alten Keksfabrik bietet viele kleine Lokale und Geschäfte

Danach geht‘s weiter zum Blouberg Strand, der ein tolles Panorama, mit Blick auf den Tafelberg in seiner ganzen Pracht, bietet. 
Hier lässt es sich gut Relaxen und den zahlreichen Surfern beim Bezwingen der Wellen zusehen. Am liebsten würde ich mir selbst ein Surfbrett schnappen und es einmal ausprobieren, aber als ich probehalber  meine Zehen ins kalte (und damit meine ich  wirklich eisigkalte) Nass stecke, überlege ich es mir gleich wieder anders und beobachte das Treiben lieber vom Strand aus ☺ 

Ein Surfer am Blouberg Strand - im Hintergrund Kapstadt und der Berg Lions Head
Ein Surferparadies am Blouberg Beach, aber das Wasser ist echt kalt!

Zurück in Kapstadt geht es für uns wieder zur Seilbahnstation für die Fahrt auf den Tafelberg. Aber bereits bei der Ankunft am Parkplatz ahne ich Böses – und es ist tatsächlich so: die Wartezeit beträgt schon wieder 2 Stunden. Wer steht denn 2 Stunden in der prallen Sonne Schlange? Ich sicher nicht!

Da wir Kapstadt jetzt aber endlich mal von oben betrachten wollen, fahren wir kurzerhand rüber zum benachbarten Lions Head. Dieser ist mit 669 Metern Höhe zwar nicht so hoch wie der Tafelberg, aber aufgrund seiner Kegelform zählt er zu einem der schönsten Aussichtsberge Kapstadts.

Der Lions Head bietet nicht nur eine sensationelle Aussicht von oben, sondern beim Aufstieg erlebt man an diesem tollen Berg, dass der Weg das Ziel ist. Aufgrund der Kegelform wandert man beim Auf- und Abstieg zweimal quasi in Schneckenform um den Berg herum und genießt dabei mit jedem Meter, den man erklimmt, immer wieder ein neues Panorama. Zuerst beginnt der Weg als Schotterweg, führt dann über Steine immer steiler bis zur Spitze hinauf. Fast oben angekommen gibt es einen leichteren, längeren Weg oder aber eine Abkürzung über Leitern und Klettergriffe. Ich, als kleiner Kletteraffe, habe mich natürlich für die zweite Variante entschieden. An starker Höhenangst sollte man bei dieser Variante allerdings nicht leiden. 

Oben angekommen traut man seinen Augen nicht. Man steht auf einem Plateau und hat einen 360 Grad Blick über Kapstadt – auf der einen Seite das Meer mit Camps Bay und Clifton, links davon der Tafelberg mit dem Chapman’s Peak Drive, und nochmal ein Stück weitergedreht die City Bowl in seiner vollen Pracht – eines der schönsten Erlebnisse während unseres Aufenthalts in Kapstadt.
Die Wanderung dauert ca. 1 Stunde, wenn man eine gute Kondition besitzt. Bein einem gemütlichen Aufstieg sollte braucht man gut 1,5 Stunden. Der Abstieg dauert länger, da man zu Beginn die Felsen hinunter zum Teil nur sehr langsam vorankommt. Hier sollte man also auf jeden Fall mindestens 1,5 Stunden einrechnen. 

Jessi klettert über eine Felswand auf den Lions Head, Kapstadt
Je steiler der Weg umso wohler fühle ich mich 🙂
Der Weg ist das Ziel: Jessica und Siegfried am Lions Head angekommen, mit Blick auf den Tafelberg in Wolken gehüllt
Der Weg ist das Ziel - was für ein toller Aufstieg und Ausblick vom Lions Head
Ein wunderschönes Panoramabild mit Blick vom Lions Head
Ein unvergesslicher Blick vom Lions Head auf Kapstadt
Sonnenuntergang mit Blick auf den Tafelberg, eingehüllt in Wolken, am Fuße des Berges liegt Kapstadt
Ein ganz besonderer Moment beim Abstieg vom Lions Head

Am Rückweg legen wir noch einen kurzen Stopp ein, um einen absolut grandiosen Sonnenuntergang zu genießen, der den Tafelberg und die Wolken in orange und rosa Tönen erstrahlen lässt. 
Ich werde ziemlich wehmütig bei diesem tollen Anblick, weil ich weiß, dass unser toller Trip durch Südafrika bald zu Ende sein wird. 

Dann ist er da, der letzte Tag in Südafrika. Leider ist es wieder bewölkt, daher verzichten morgens wir auf die Fahrt auf den Tafelberg.

Stattdessen geht es quer durch die Stadt Richtung Haut Bay, um den Chapman’s Peak Drive, einer der wohl schönsten Küstenstraßen der Welt, entlangzufahren. Dieser ist gesäumt von zahlreichen Aussichtspunkten, wo man überall ganz unkompliziert halten kann. Nach gefühlten 100 Stopps, denn einer ist schöner als der andere, und man will keinen Aussichtspunkt auslassen, kommen wir am Noordhoek Beach an. Auf dem endloslangen und menschenleeren Strand unternehmen wir einen ausgedehnten Spaziergang und genießen das Gefühl der Freiheit. Noordhoek Beach zählt für mich zu einem der schönsten Strände Kapstadt und sollte auf keinen Fall ausgelassen werden.

Jessi am breiten und menschenleeren von Noordhoek Beach, Südafrika
Am Noordhoek Beach fühle ich mich so richtig frei
Jessica in einer Straße mit kleinen Häuschen

Da es nachmittags wieder schön ist, beschließen wir unser Glück noch ein letztes Mal zu versuchen und so geht es – wie schon viele Male zuvor – zur Seilbahnstation für die Fahrt auf den Tafelberg. Es ist unser letzter Tag und ich will da rauf – unbedingt! Heute bin ich sogar bereit, wenn es nicht anders geht, auch zwei Stunden in der Schlange zu stehen.
So kommen wir mit dem festen Entschluss an unserem Ziel an, doch dann erfolgt die Ernüchterung: derzeitige Wartezeit zum Hochfahren 3,5!!! Stunden, die Wartezeit, um wieder runter zukommen 1 Stunde. Ich bin sooo traurig, aber es machte für uns einfach keinen Sinn. So sehr ich auch auf den Tafelberg will, so wenig bin ich bereit den letzten Tag unserer Südafrika-Reise mit Anstehen zu verbringen.

So schlenderten wir an unserem letzten Tag durch das bekannte Viertel Bo-Kaap, das für seine bunten Häuschen bekannt ist. Es macht wirklich Spaß hier durch die Straßen zu schlendern und neue Häuser und Farben zu entdecken.

Am Abend geht es nochmals zur Waterfront, wo wir uns ein letztes Mal einen dieser köstlichen Wraps holen (vielleicht sind es diesmal auch zwei 😉). 

Danach geht es in „The Gin Bar“, um auf unseren tollen Trip anzustoßen und unsere Reise ausklingen zu lassen. Diese Bar ist übrigens ein absolutes Muss für Gin-Fans! Von außen unscheinbar, sind wir fast daran vorbeigelaufen. Zum Glück hat uns jemand gefragt, ob wir auf der Suche nach der Bar sind und uns dann durch einen Laden in den Hinterhof geführt, wo sich diese absolut tolle Bar im Innenhof befindet. Die Auswahl an Gins ist riesig und die Gin Tonics absolut süffig. Nach dem dritten Drink kommt dann die Erkenntnis, dass die Sache mit dem Tafelberg wohl Schicksal sein muss! Nachdem wir uns in diesen drei Wochen hoffnungslos in dieses wunderschöne Land verliebt haben, allerdings die eine Sache mit dem Wahrzeichen offen ist, haben wir einen sehr guten Grund zurückzukommen!

Noch nie habe ich ein so vielseitiges und facettenreiches Land mit atemberaubender Natur, einer einzigartigen Tierwelt, absolut freundlichen und herzlichen Menschen und einer herausragenden und abwechslungsreichen Kulinarik bereist. Wir haben unser Herz an Südafrika verloren und freuen uns aufs Wiederkommen. 

Gelber Rahmen, in dem Jessica steht und bildlich auf den Tafelberg greift
Der Tafelberg endlich zum Greifen nah
Jessica
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