Rundreise Israel

Meine erste Reise durch das biblische Land

Die Betreuung einer Reisegruppe führt mich 2017 erstmals nach Israel. Ich war gespannt, was mich dort tatsächlich erwartet und kann jetzt sagen, dass ich tief beeindruckt zurück gekommen bin. Mit Sicherheit werde ich auch nochmals privat das Land erkunden.

Aber ich möchte die Geschichte von Anfang an erzählen. Der Flug nach Tel Aviv ist mit einer Hürde verbunden, nämlich dem sehr frühen Einchecken am Flughafen. Der Flug mit El-Al, der israelischen Fluglinie, bringt eine sehr intensive Sicherheitskontrolle mit sich. In einem eigenen Bereich, gesichert von der Polizei, musste ich allerlei Fragen beantworten – von „Wer hat ihren Koffer gepackt“ bis hin zu „welche Interessen verfolgen sie“. Aber wenn man dieses Prozedere absolviert hat fühlt man sich dann wirklich 100 %-ig sicher an Bord. Also bitte unbedingt schon 3-4 Stunden vor Abflug am Flughafen sein, damit erst gar kein Stress aufkommen kann. 

Sobald ich also diese Prozedur hinter mich gebracht habe, erfolgt das Boarding und es erwartet mich ein knapp 4-stündiger Flug nach Tel Aviv. Bereits während des Fluges gibt es das erste koschere Essen, sogar mit Zertifikat! Das Wichtigste bei der koscheren Küche ist, dass Fleisch- und Milchprodukte voneinander getrennt gehalten werden müssen. Simples Beispiel: Es gibt einen Schinken-Toast oder einen Käse-Toast, aber keinen Schinken-Käse-Toast. Das mag jetzt für Europäer komisch klingen, aber es heißt nicht umsonst „andere Länder, andere Sitten“. Und ich kann bestätigen, dass das Essen während der ganzen Woche in Israel hervorragend war 😊

Nach der Ankunft in Tel Aviv gibt es nochmals intensive Sicherheits-Kontrollen, aber dann werden ich auch schon von unserer Reiseleiterin Eva begrüßt und die Entdeckungsreise kann starten. Auf dem Weg in den Stadtteil Jaffa lernen wir bereits die ersten Vokabeln, natürlich ist unser erstes Wort „Shalom“.

Panoramabild von Tel Aviv
Blick auf Tel Aviv
Foto Martin in einem Park - im Hintergrund das Meer und die Skyline von Tel Aviv
Kleines Stückchen Bug von einem Schiff am See Genezareth
Eine besinnliche Schifffahrt auf dem See Genezareth

In Jaffa, von diesem Ort hat die bekannte Orange ihren Namen, haben wir von einer Anhöhe einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt. Tel Aviv ist eine sehr abwechslungsreiche Stadt – moderne Gebäude, ein altes Stadtviertel mit einer entspannten Atmosphäre und ein riesiger Hafen – sehr beeindruckend. Leider haben wir nicht so viel Zeit, um die Stadt ausgiebiger zu erkunden, aber bei meinem nächsten Besuch nehme ich mir auf alle Fälle 2 Tage Zeit dafür.

Dafür geht es durch das Heilige Land an den herrlichen See Genezareth. Vom Ufer aus hat man einen wunderschönen Ausblick, am Horizont sieht man die Golan Höhen. Bei der Schifffahrt am See singt die Mannschaft hebräische Lieder, die 2.000 Jahre alt sind, und ich habe Zeit meine Gedanken ein wenig schweifen zu lassen und diesen eindrucksvollen Ort so richtig zu genießen.

Und dann erwartet mich schon das nächste Highlight des Tages, das Mittagessen. Direkt am Seeufer lassen wir uns in einem schattigen Bereich eines Restaurants nieder. Am Menü steht der traditionelle Petrusfisch. Naja, ich mag Fisch, wenn diese Gräten nicht wären… Aber Überraschung: Der Fisch hat einige wirklich große Gräten und ist somit wunderbar zu essen – und schmeckt er wirklich köstlich.

Silberner Teller mit gebratenem Petrusfisch, Pommes frites und Zitronenscheiben
Eine Augen- und Gaumenfreude - Petrusfisch vom See Genezareth
Martin Blechinger freut sich auf den köstlichen Petrusfisch, der vor ihm auf dem Teller liegt
Aber jetzt! Petrusfisch vom Feinsten

Der nächste Ausflugspunkt ist die Taufstelle von Jesus am Jordan. Wer glaubt, dass das hier sehr schlicht und einfach ist, den muss ich leider enttäuschen. Mittlerweile wir hier echt Geld verdient. Neben einer großen Gaststätte gibt es einen riesigen Shop, in dem es von Honig bis Olivenöl allerlei zu kaufen gibt. Eva, unsere Reiseleiterin, verrät mir, dass dies nicht die genaue Taufstelle von Jesus ist – die ist ein paar Kilometer südlicher, aber da gibt es nicht genügend Platz für die Busse und das Merchandising 😉

Die offizielle Stelle am Jordan, wo Jesus getauft wurde
Die offizielle Stelle am Jordan, wo Jesus getauft wurde
Inschrift bei der Taufstelle Jesu am Jordan

Natürlich darf auch nicht ein Halt zum Baden im Toten Meer fehlen. Und hier ist es wirklich so, wie man es von den Bildern kennt. Die Leute liegen im Wasser und lesen Zeitung… Live sieht das noch wesentlich witziger aus als auf den Fotos, die ich bisher kannte. Allerdings muss man sehr aufpassen, wenn man ins Wasser geht. Durch den hohen Salzgehalt hat man einen sehr starken Auftrieb und dadurch kann man auch schnell „Schlagseite“ bekommen.

Durch das Dungtor, auch Misttor genannt, gelangt man in die Altstadt von
Foto Jerusalem nach der Ausfahrt aus einem Tunnel
Nach der Fahrt in einem langen Tunnel liegt mir plötzlich Jersualem "zu Füßen"

Mein absolutes Highlight der Reise ist Jerusalem. Schon der erste Eindruck ist unvergesslich: wir fahren durch einen dunklen Tunnel und in dem Moment, wo wir mit dem Bus am Tunnelportal ankommen – in der Sekunde, wo es hell wird – hat man Jerusalem vor Augen. Ein einzigartiger Wow-Effekt!

Jerusalem ist wie eine riesige Ritterburg (ich liebe Burgen!). Das Flair ist einzigartig und so etwas habe ich auf meinen unzähligen Reisen wirklich noch nie in dieser Form erlebt. Durch das Dungtor (auch Misttor genannt) gelangen wir ins die Altstadt von Jerusalem, die noch mit einer Stadtmauer umgeben ist.

 Ich lasse mich mit meiner Gruppe durch die Gassen mit den anderen mittreiben und fühle mich in eine frühere Zeit versetzt: Enge Gassen mit schlichten alten Häusern, viele kleinen Geschäfte mit ganz unterschiedlichen Angeboten, geschäftiges Treiben in den kleinen Gassen und auf den Märkten, wo allerlei Köstlichkeiten angeboten werden. Und überall die verschiedenen Religionen, die hier vereint sind – ich habe echt eine Gänsehaut bekommen. Und dann bin ich auf der Via Dolorosa, eine eigentlich sehr schmale Gasse – durch die musste Jesus mit seinem Kreuz gehen, um zur Stätte seiner Kreuzigung zu gelangen.

Alte Arkadengänge in der Altstadt von Jerusalem mit zahlreichen Geschäften
Wunderschöne alte Arkadengänge in der Altstadt von Jersualem
Spaziergang durch die engen Gassen von Jerusalem
Einzigartige Ein- und Ausblicke in der historischen Altstadt von Jerusalem

Die Erkundung der Altstadt macht hungrig und durstig – und da bietet Jerusalem einen wunderbaren Platz zum Ausruhen: das Österreichische Hospiz – wirklich ein Muss für jeden Jerusalem-Besucher. Das Hospiz wurde 1854 als kirchliche Stiftung vom damaligen Wiener Erzbischof und Kaiser Franz Joseph gegründet. Der Kaiser war auch 1869 dort selbst zu Gast. 

Das Hospiz ist heute auch das älteste christliche Gästehaus Jerusalems und bietet neben Zimmern und Schlafsälen auch das wunderbare Cafe Triest. Und hier gibt es Wiener Kaffeehauskultur vom Feinsten. Ich habe mir natürlich einen Apfelstrudel mit einer Melange gegönnt – hat wie zu Hause geschmeckt 😊 Und dann kommt die nächste Überraschung. Am Dach gibt es eine tolle Terrasse, von der aus man einen sensationellen Blick über die Stadt hat – ich komme aus dem Staunen fast nicht mehr raus.

Statue im Österreichischen Hospiz in Jerusalem
Statue im Österreichischen Hospiz in Jerusalem
Martin mit Freunden auf der Terrasse des Österreichischen Hospiz in Jerusalem
Martin mit Freunden auf der Terrasse des Österreichischen Hospiz in Jerusalem

Am frühen Abend mache ich mich mit meiner Reisegruppe zu Fuß auf den Weg zur Klagemauer. Hier müssen wir wie am Flughafen durch eine Sicherheitskontrolle – alles wird durchleuchtet und durchsucht. Jetzt noch eine Kippa aufsetzen und ich kann zur Mauer gehen, wo ich nach einem Gebet meinen handgeschriebenen Zettel in die Mauer stecke.

Ich blicke nach rechts und dort steht – ich traue meinen Augen nicht – mein Freund Martin aus Wördern. Er ist Diakon und mit einer eigenen Gruppe hier. Unglaublich, dass wir uns ausgerechnet hier treffen.

Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem
Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem
Martin mit seiner Reisegruppe vor dem Felsendom in Jerusalem
Eine Reise geht zu langsam zu Ende - meine tolle Reisegruppe vor dem Felsendom

Am nächsten Morgen geht es schon zeitig zum Tempelberg. Ich empfehle hier wirklich sehr früh da zu sein, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Es zahlt sich auf alle Fälle aus, denn von hier liegt dir Jerusalem zu Füßen.

Danach steht die Besichtigung der Grabeskirche am Programm. Sei gewarnt – hier stehst du eine gute Stunde in der Schlange, um dann 20 Sekunden drinnen zu sein, aber für mich eine unvergessliche Erfahrung. Ich würde es wieder tun.

Am letzten Tag unserer Reise geht die Fahrt nach Palästina. Der Besuch einer typischen Holzschnitzerei gehört da einfach dazu und es gibt hier wirklich schöne Stücke zu vernünftigen Preisen zu kaufen. Natürlich muss ich ein paar Mitbringsel kaufen, bevor es nach Bethlehem weitergeht. 

Blick in die Geburtsgrotte von Jesus in Bethlehem
Blick in die Geburtsgrotte in Bethlehem - an dieser Stelle wurde Jesus geboren

An der Geburtskirche Jesu angekommen, heißt es mal wieder „bitte warten“. Mit einer ordentlichen Portion Geduld – ich kann die Zeit ja zum Plaudern mit meiner Reisegruppe nutzen – kann ich auch hier nach gut einer Stunde hinein. In der Kirche kennzeichnet in der Geburtsgrotte ein Stern die traditionelle Geburtsstätte – und auch hier überkommt mich ein unbeschreibliches Gefühl. Es ist für mich sehr beeindruckend, welche Energie von diesem Ort ausgeht.

 

Ich nehme von Israel unzählige schöne Erinnerungen mit. Es gibt so vieles, für das ich mir bei meiner nächsten Reise nach Israel mehr Zeit nehmen möchte. Z.B. einen Tag am Ufer des See Genezareths sitzen und diese wunderbare Atmosphäre genießen, in aller Ruhe und ohne Ziel durch die Altstadt von Jerusalem spazieren oder Tel Aviv näher kennenlernen und das Meer genießen. Ich freue mich schon jetzt darauf!

Bildnachweise – Copyrights
Alle Fotos: Martin Blechinger

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